Auf dem Tornescher Stadtfest im vergangenen Jahr lernten wir einen Teil der Delegation aus unserer Partnerschaft in Polen kennen. Schnell ergab es sich, dass man auf das Thema Angeln zu sprechen kam. Die Erzählungen haben uns neugierig gemacht und schon ab diesem Moment wurde der Beschluss gefasst, man müsse unsere Partnerstadt doch mal besuchen. Eine anschließende Einladung unserer polnischen Freunde nahmen wir sehr gerne an und begannen mit dem Bürgermeisterbüro die Planung.

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Unsere Partnerstadt, von der hier die Rede ist heißt Strzelce (ehemals Friedeberg in der Neumark) mit der die Stadt Tornesch im nächsten Jahr 15 jähriges Bestehen der Städtepartnerschaft feiern wird.

Strzelce ist ein feines Städtchen; ca. 500 km von Tornesch entfernt im Westen von Polen, dessen Historie bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Es existieren 127 km Radwege, 46 km Wanderwege (darunter 29 km Nordic Walking-Stecken). Was besonders uns Angler angezogen hat ist die wunderschöne Seenlandschaft in der Region, wo unter anderem Tretboot fahren, Surfen, Tauchen bis hin zum Angeln diverse Freizeitmöglichkeiten auch für Touristen geboten werden.

Am Wochenende vom 17. bis zum 19.06.2016 haben wir die Delegation der Stadt Tornesch mitsamt dem hiesigen Akkordeonorchester nach Strzelce begleitet. Freundlicherweise wurden wir Angler in Dlugie in Seenähe in einem Jugendstift untergebracht. Der ansässige Angelverein von Strzelce hatte für uns ein individuelles Programm zusammengestellt, welches sich als sehr abwechslungsreich dargestellte hatte.

Nach einer angenehmen Busfahrt kamen wir in unserer Unterkunft an. Die Jugendlichen konnten es kaum aushalten und sind nach dem reichlich bestückten Abendessen noch nach 20 Uhr an dem nahe gelegenen Teich Angeln gegangen. Bis die Dämmerung eingebrochen war, waren wir Erwachsenen Begleiter bei unseren Schützlingen. Außerdem wurden wir von 4 Vertretern des dortigen Angelvereins sowie von einem Dolmetscher begleitet. Dieser wurde uns  für den gesamten Aufenthalt in Polen zur Seite gestellt und nahm dabei sogar eine Doppelfunktion ein. Er hat neben der Funktion des Dolmetschers noch die Organisation bzw. Reiseleitung für unsere Gruppe übernommen. Was ich als ganz besondere Geste empfunden habe, war die Tatsache, dass er auch in der selben Unterkunft wie wir untergebracht war und dort gemeinsam mit uns übernachtete – dies gab unserem Aufenthalt noch mal eine ganz persönliche Note.

Am ersten Abend hatten wir nicht so viel Glück beim Angeln, es wurde nur ein Barsch überlistet – dafür waren wir alle überwältigt von der Natur und den Wasserflächen die wir bereits am ersten Tag erblicken durften. Alles war sehr Naturbelassen und das Wasser hatte eine beeindruckende Qualität!

Der Abend klang aus mit Gesprächen in der Mensa, wo wir eifrig die ersten Informationen zur Situation des Angelvereins in Strzelce erfahren hatten; bemerkenswert war, dass sie 600 ha Wasserfläche für Ihr Hobby zur Verfügung haben, was eine unglaubliche Zahl für uns darstellte und uns neugierig auf den nächsten Tag machte – anbei bemerkt – das ist fast das Hundertfache an Wasserfläche, was wir zur Verfügung haben.

Am nächsten Morgen nach einem reichlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg zum großen See. Hier sollten wir den See vom Boot aus besichtigen. Bereits auf den Weg dorthin konnten wir einen Blick auf das Strandareal erhaschen und die eingangs erwähnten Freizeitangebote (Angeln, Tauchen, Windsurfen und Boot fahren.) Wir bezogen nach der Ankunft unseren Schoner (ein Zweimaster). Wir erfuhren, dass die Wasserqualität deswegen so gut ist und dass das Biotop hier so gut funktioniert, weil der See von unterirdischen Quellen mit Wasser versorgt wird. Der See ist an der tiefsten Stelle ca. 47 m tief und die Flora sowie auch die Fauna waren wirklich sehr beeindruckend zu erleben. Wir befuhren beide Seen, die durch einen ca. 3-4 m breiten Kanal verbunden sind. Jedes Kind, was dazu Lust hatte, konnte das Boot mal als Steuermann führen. Für viele war das wohl das erste Mal. Der Trip auf dem See wurde uns mit Anglergeschichten und Fotos von gefangen Fischen versüßt. Hier wurde tatsächlich eine 4,5 kg schwere Schlei von einem polnischen Anglerkollegen gefangen. Ein Beweisfoto wurde gleich über das Handy präsentiert – anbei angemerkt – bei uns liegen kapitale Fischer dieser Gattung bei ca. 2 kg.

Als wir den zweiten See komplett besichtigt hatten, machten wir uns auf den Rückweg, der uns wieder durch den Kanal geführt hat. Diesmal machte allerdings der Außenborder schlapp, so dass wir uns mit Muskelkraft durch die Windungen des Kanals manövrieren mussten. Auf dem größeren Teil des Lipie Sees wieder angekommen, setzten wir das Luggersegel, gefolgt von der Fock- und dem Besan und machten leichte Fahrt wieder gen Hafen.

Für mich tatsächlich ein kleines Abenteuer und insgesamt ein gelungener Ausflug, dessen Krönung in einem gemütlichen Essen direkt am Hafen endete. Es gab leckere gebackene Forelle mit diversen Beilagen und alle haben reichlich zugelangt.

Nach dem Mittag folgten wir der Einladung des Bürgermeisters von Strzelce auf das Stadtfest anlässlich des 730-jährigen Bestehens der Stadt, wo es eine Bühne gab, auf der auch unser Akkordeonorchester einen Gastauftritt hatte. Gesäumt wurde das Areal mit diversen Buden, die uns mit Getränken und Essen versorgt hatten.

Nach kurzem Aufenthalt fuhren wir weiter, um uns eine alte Festung anzuschauen, in der damals eine Fürstenfamilie gelebt hatte. Der direkt angrenzende See, den wir dort diesmal vom Land aus gesehen haben war auch sehr idyllisch und eine Uralte 350 Jahre alte Eiche zierte unseren Weg.

Hiernach sollte es endlich zum Angeln gehen – diesmal mitten in Strzelce am städtischem Klasztorne Gorne See. Alle haben Ihr Raubfischgeschirr ausgepackt und vom Spinner, Blinker, Gummifisch und Popper landete alles im See und wurde systematisch abgefischt. Aber andere heimische Angler zeigten dass genügend Fisch in dem See vorhanden sein muss – nur allerdings eher Friedfisch, als Raubfische.

Gesprungen war aber einiges an größerem Fisch – teilweise 3-4 Meter von meiner Angelstelle. Überlisten ließ sich allerdings kein kapitaler Fisch, jedoch auch hier wurde wieder Barsch gefangen – diesmal zwei.

Wir führen nach diesem ausflugreichen Tag wieder abends zurück in unser Quartier, denn am nächsten Morgen sollten wir früh die Heimreise antreten. Gegen 8 Uhr war das Frühstück angesetzt und um 9 Uhr hat uns unsere nette Busfahrerin abgeholt, um die Akkordeongruppe auch wieder abzuholen. Bei der Verabschiedung von unseren Gastgebern konnten wir noch dem Bürgermeister unsere Aufwartung machen und übergaben silberne Ehrennadel, sowie unser Vereinswappen. Unsere Angelfreunde aus Strzelce hatten ein Gemeinschaftsangeln und konnten sich daher leider nicht persönlich verabschieden. Aber hey, angeln geht vor und auf diesem Wege viele Grüße nach Strzelce, uns hat es sehr gefallen und nächstes Mal werden wir den gemeinsamen Fokus mehr auf’s Angeln ausrichten.

Auf dem Rückweg haben wir uns die Zeit mit vielen Witzen und ein wenig live Gitarrenmusik vertrieben und konnten am frühen Abend unsere Liebsten wieder in den Arm nehmen. Das kurze Abenteuer war nun zu Ende –aber die Erinnerungen – diese werden sicherlich jedem in positiver erhalten bleiben.

 


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